Das Projekt "Gans Hamburg" gehört zum Neuntöter e. V.

Gans weg – Graugans ausgestorben

Graugänse gab es schon immer in Norddeutschland, lange bevor es Städte wie Hamburg gab. Moore und Sümpfe entlang der Alster oder der Elbe als ursprüngliche Lebensräume wurden nach und nach trocken gelegt und somit der ursprüngliche Lebensraum der Gänse zerstört.

Der zunehmende Jagddruck sorgte zusätzlich dafür, dass die Graugans im 19. Jahrhundert in Mitteleuropa fast ausgestorben war. In den 50er und 60er Jahren starteten erste Wiederansiedlungsprojekte. Jetzt ist die Graugans wieder da und "feiert" ihr Comeback, nur ihr Lebensraum hat sich verändert.
Statt sumpfiger Wiesen gibt es jetzt vielfach Äcker, Weideland oder Parkrasen zur Nahrungssuche, statt Moor gibt es jetzt häufig Seen oder Parkteiche als Brutplatz. Graugänse haben bestimmte Ansprüche an ihren Lebensraum und kommen daher nur in einzelnen Grünanlagen vor.

Gans wenig bekannt – Aufklärung wichtiger denn je

Viele Menschen wissen erstaunlich wenig über diese Vogelart, obwohl ihr Anblick doch vertraut ist. Durch das Aussterben ist diese Art in Vergessenheit geraten, dadurch entsteht oft der Eindruck dass Graugänse neu sind, aber es sind Rückkehrer.

Vielfach kommt es zu Fehlinterpretationen, falschen Aussagen durch gefährliches Halbwissen in der Bevölkerung, aber auch bei Politikern oder in den Medien.

Daher ist neben der Erforschung und Erfassung dieser Art die Aufklärung der Menschen eine unserer wichtigsten Aufgaben.

Die Graugans ist die Stammform unserer Hausgans. Schon die Römer und Germanen domestizierten diese Art wegen ihres Fleisches, ihrer Federn und wegen ihrer Wachsamkeit und setzten sie als "Wachgänse" ein. Sie sind eine wahre Touristenattraktionen und ein beliebtes Fotomotiv, was man in den verschieden "sozialen" Netzwerken sehen kann. In den Parks kann man diese Vögel wunderbar beobachten. 

Gans unterschiedlich

Viele menschliche Züge machen diesen Vogel so sympathisch. Sie leben ganzjährig mit ihrem Partner zusammen, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Diese permanente Nähe zum Partner wäre für viele Menschen undenkbar. Wie bei uns gibt es auch bei Gänsen die unterschiedlichsten Charaktere wie beispielsweise "Muttersöhnchen", Draufgänger, Feiglinge, ewige Singles, Großfamilien, Einzelgänger, Fremdgeher, Dreier-Beziehungen, Ausspannen von Partnern, "Stubenhocker" oder Weltenbummler.

Man kann daher nicht von "der Hamburger Graugans" sprechen, denn jede Gans ist ein Individuum mit einer "gans" persönlichen Zugstrategie und einem "gans" individuellem Verhalten. Viele Gänse erscheinen nur zur Brut in Hamburg und verschwinden wieder sobald der Nachwuchs flügge ist. Einzelne Gänse bleiben ihrem Bezirk treu, dagegen ziehen andere im Laufe des Jahres mehrere hundert Kilometer. Verallgemeinern kann man Gänse daher nicht.

Die meisten Gänse sind nur zur Brut- und Mauserzeit in Hamburg und verbringen den größten Teil des Jahres außerhalb der Stadt; vier Monate "Stadtgans", acht Monate "Wildgans".

Während Graugänse in den Parkanlagen recht zutraulich sein können verhalten sie sich außerhalb der Stadt durch Bejagung und Vergrämung wesentlich scheuer.

Gans persönlich

Die Beringung macht aus einem anonymen Vogel eine individuelle Persönlichkeit. Die meisten Gänse werden als Küken beringt. So kennen wir einen Großteil der Hamburger Graugänse persönlich und zwar von klein auf. Die Markierung geschieht im Auftrag vom Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“.

Durch Erfassungen der Bestände und dem regelmäßigen Ablesen der markierten Gänse gewinnen wir wertvolle Informationen über diese spannenden Vögel. Diese Zahlen werden dem Arbeitskreis Vogelschutzwarte Hamburg zur Verfügung gestellt.

Leider verfangen sich Wasservögel häufig in Angelschnüren und / oder Haken, wenn wir solche Vögel finden und sie sich einfangen lassen, befreien wir sie natürlich.

Das Projekt "Gans Hamburg" wird nicht von der Stadt oder der Vogelwarte finanziert. Dieses Projekt läuft ehrenamtlich und wird rein privat finanziert. Zum langfristigen "Überleben" braucht das Projekt aber Spenden. Daher hat sich das Projekt dem Verein "Neuntöter e. V." angeschlossen.

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