Faszination Graugans - Forschung in der "Grauzone"

Dieses Projekt läuft in Eigeninitiative und wird völlig privat organisiert und finanziert.

Wir sind ehrenamtlich forschende Neugierige. Alle Aktivitäten finden also in der Freizeit bzw. im Urlaub statt. Die Graugänse werden mit Ringen der Vogelwarte Helgoland markiert. Beringt werden vor allem Gänsefamilien im Sommer. Durch die Beringung einer Familie kann man am meisten über die Vögel aussagen. Man kennt in der Regel den Geburtstag der Gans, den Schlüpfort, die Eltern, die Geschwister, etc. Wir betreiben somit Grundlagenforschung.
Wer unsicher ist, ob da wirklich ein Beringer oder ein Grillmeister am Werk ist, sollte sich immer den Beringerausweis zeigen lassen.

Neben der Markierung der Gänse wird jährlich der Brutbestand im Stadtgebiet erfasst. Es werden regelmäßig die Bestände erfasst und die beringten Gänse abgelesen. Ohne den teils "unermüdlichen" Einsatz ehrenamtlicher Ringableser und Zähler wäre es kaum möglich ein so detailliertes Bild über die Hamburger Graugänse zu erhalten.

Diese Datenerhebungen werden bei uns, sowie im Institut für Vogelforschung "Vogelwarte Helgoland" (Beringungsdaten) und in der Datenbank des Arbeitskreises an der Staatlichen Vogelschutzwarte Hamburg (Gänsezahlen) gespeichert. Diese Daten werden somit für wissenschaftliche und naturschutzfachliche Auswertungen genutzt.

Daneben haben wir durch unsere regelmäßigen Kontrollen viele Gewässer Hamburgs im Blick und können so Gänse und anderen Wasservögel durch u.a. folgende Aktivitäten schützen:

  • Entfernen von Angelschnüren und Haken von den Ufern (wir besitzen kein Boot und können daher nur entfernen was wir von Land aus erreichen können)

  • Einfangen verletzter Gänse und Entfernen der Angelhaken und -schnüre (wenn unsere hauptamtlichen Tätigkeiten dies erlauben; das Einfangen sollte möglichst schnell erfolgen!)

  • Entschärfung gefährlicher Zäune an den Ufern und in den Parks durch Kontaktaufnahme mit Behörden und Grundstückseigentümern (immer wieder verfangen sich vor allem Küken in Drahtzäunen)

  • Aufklären von Hundehaltern über Mauser und Jungenaufzucht der Wasservögel (regelmäßig werden Küken und mausernde Wasservögel durch Hunde totgebissen)

  • Konfliktmanagement z.B. bei Spielplätzen: Verkotung durch Gänse ist nicht gefährlich, für viele Eltern aber ekelhaft. Durch wissenschaftlich betreute Maßnahmen können solche Konflikte beseitigt, bzw. entschärft werden

  • "Bergen" von Gänsefamilien auf Dachterassen oder anderen "eingesperrten" Gänsefamilien
  • Konflikt- und Gefahrenprüfung bei Bauvorhaben an Gewässern (Zerschneidung wichtiger Nahrungsflächen, Entschärfen von Zäunen und Mauern da Küken nicht fliegen können und zur Nahrungssuche an Land müssen, etc.)

  • Allgemeine Aufklärung der Bevölkerung über Wasservogel- und speziell Gänsevorkommen (viele Leute wissen erstaunlich wenig über ihre gefiederten Nachbarn)

Die meisten Kosten werden privat (aus eigener Tasche) finanziert, dazu gehören:

  • Benzinkosten (regelmäßige Kontrollen der Rastplätze im erweiterten Hamburger Umland)
  • Mietkosten für Boote (Kontrollfahrten auf den Alsterkanälen)
  • Lockmittel (Futter um die Gänse zwecks Beringung zu locken)
  • Kosten der Fangausrüstung (Zäune, Werkzeug, etc.)
  • Finanzierung der Homepage (damit wir werbefrei bleiben)

Spenden sind daher immer willkommen. An einem Spendenportal wird gearbeitet. Bitte schreiben Sie uns an.

Für die Finanzierung der Farbringe und weiterer Projekte bedanken wir uns "gans" herzlich beim Förderverein Tierartenschutz in Norddeutschland e. V.

Gans Hamburg im NDR Fernsehen

Naturnah.jpg