Auch Kanadagänse werden in Hamburg beringt. Wie der Name schon sagt stammt diese Art ursprünglich aus Nordamerika und erste Exemplare wurden Mitte des 20. Jahrhunderts von Wasservogelfreunden und Jägern ausgesetzt.

Nach dem zweiten Weltkrieg waren die Wildbestände stark zurückgegangen. Der Wohlstand setzte ein und die Jäger wollten wieder schnell viel Wild im Revier zum Bejagen haben.
Neben der heimischen Graugans wurde also auch die nordamerikanische Kanadagans ausgesetzt. Viele Tierarten wie Fasane oder Dammwild wurden vom Menschen nur mit dem einzigen Ziel ausgesetzt, sie irgendwann wieder zu erschießen. So haben sich in Europa einige mittlerweile wildlebende Kanadagansbestände entwickelt. Zum Teil wurden Kanadagänse auch als Ziergeflügel auf Parkteichen ausgesetzt.

Als Brutvogel im Hamburger Stadtgebiet kommt diese Art aktuell nur an wenigen Gewässern im Raum Bramfeld/Farmsen, Harburger Außenmühlenteich und Schnelsen vor. Viele Vorkommen u.a. entlang der Alster aus den 90er Jahren sind mittlerweile erloschen. Dagegen breitet sich diese Art im Umland, vorallem im Bereich Pinneberg weiter aus.

Kanadagänse mausern von Mitte Juni bis Mitte Juli und somit direkt im Anschluss an die Graugänse. Das größte städtische Mauservorkommen in Hamburg befindet sich auf der Außenalster. Interessant ist, dass es sich bei diesen Vögeln um reine Mausergäste handelt und sie nur im Sommer das Stadtgebiet aufsuchen. Kanadagänse aus Hamburg mausern nicht auf der Außenalster! Ringablesungen dieser Mauservögel deuten auf eine Herkunft aus dem Raum Pinneberg, aber auch aus den Niederlanden und Skandinavien hin.

Auch in strengen Wintern kommen Kanadagänse in größerer Zahl im Winterquartier der Alsterschwäne am Eppendorfer Mühlenteich vor und futtern sich gemeinsam mit Graugans und Höckerschwan durch den Winter.

Die Daten der Kanadagänse in Hamburg und Schleswig-Holstein werden von Dr. Sönke Martens gesammelt und bearbeitet.
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