Im Herbst ziehen viele arktische Gänse über Hamburg hinweg. Einige rasten auch in den Elbmarschen nahe der Hansestadt. Östlich der Stadt gibt es vorallem im Herbst riesige Vorkommen von Bläss- und Saatgänsen.  Der Herbst ist immer für Überraschungen gut. Regelmäßig verfliegen sich "Waisenkinder" arktischer Gänse und tauchen in den Parkanlagen der Stadt auf. Sie sehen dort andere Gänse fröhlich fressend und gesellen sich zu ihnen. Sie passen sich der Fluchtdistanz der Hamburger zum Menschen an; die Graugänse wirken ruhig, also kann ihnen auch nichts passieren. Diese "Neubürger" bleiben allerdings oft nur für einige Tage und sind erfahrungsgemäß spätestens bis Silvester wenn es zischt und kracht, wieder verschwunden. Aufmerksame Beobachter können in den Herbstmonaten also regelmäßig junge arktische Gänse aus nächster Nähe beobachten.

Auch entlang der Elbe treffen diese "Waisen" häufig auf die Hamburger Graugänse. Scheinbar kommt es öfters vor, dass junge Gänse ihre Familien durch die Gefahren auf dem Zug oder durch die Jagd verlieren und sich dann anderen Gänsen anschließen; dies müssen nicht immer Artgenossen sein!
Regelmäßig schließen sich vorallem junge Blässgänse Hamburger Graugansfamilien an und folgen ihnen so in die Stadt. In der Regel werden die jungen fremden Gänse geduldet. Meist werden diese "Waisen" von größeren Graugansfamilien "eingeschleppt"; ein Jungvogel mehr oder weniger scheint für die Eltern keinen Unterschied zu machen. Die jungen Gänse bleiben dann bis zum Frühjahr in ihrer Gastfamilie und verschwinden dann so plötzlich wie sie aufgetaucht sind.