Gänse sind Gewohnheitstiere - was sie nicht kennen, macht ihnen Angst. Jede Gans reagiert anders auf bestimmte Sachen und Situationen; dies ist meistens dadurch bedingt, was sie von ihren Eltern bzw. von dem Ort des Aufwachsens kennengelernt hat. So haben Gänse, die an der Alster aufgewachsen sind, keine Angst vor Booten und lassen sich sogar aus ihnen füttern. Gefährliche Boote wie das vom Stadtjäger oder Schwanenvater kennen die Gänse allerdings "gans" genau und flüchten sofort.
Die Gänse vom Öjendorfer See sind beispielsweise gar keinen Bootsverkehr gewohnt und verhalten sich dementsprechend scheu gegenüber diesen. Dort fahren nur sehr selten Boote (Schutzgebiet!) und die Gänse von dort kennen das einfach nicht.
Gegenüber Booten, beispielsweise auf der Elbe, sind wiederrum alle Gänse misstrauisch. Außerhalb der Stadt verhalten sie sich zu Mensch und Boot scheu. Die Graugänse haben sie sich bestens an die Gegebenheiten mit ihrer Fluchtdistanz angepasst.

 

Graugänse, welche nicht in einem Park aufgewachsen sind, würden nie so vertraut zwischen den Menschen herumlaufen, denn sie kennen den Menschen nur als Gefahr. Wenn sich allerdings eine Gans von außerhalb mit einer Hamburger Gans mit Parkerfahrung verpaart, lernt diese mit der Zeit, dass die meisten Menschen im Stadtgebiet keine Gefahr darstellen. Nach und nach lernen sie auch Brot als Nahrung anzunehmen. Es ist immer wieder spannend zu beobachten wie sich bestimmte Gänse mit der Zeit entwickeln, vom panischen scheuen Vogel zum vertrauten Toastbrotfresser. Meistens sind es Männer (Ganter) welche die Hamburger Mädels mit "nach Hause" bringen.
Auf den Rastplätzen außerhalb der Stadt ahnten die Ganter beim Flirten noch nichts von der städtischen Herkunft ihrer Damen. Doch im Frühjahr wollen die Damen häufig in die Heimat zurück und wenn der Ganter seine Geliebte nicht verlieren will muss er mitziehen. Dieser "Kulturschock" führte schon zu richtigen Dramen und sogar Trennungen. Doch die meisten auswärtigen Ganter stehen dies durch und lernen mit der neuen Situation umzugehen.


An manches, was in Gänseaugen eine "Gefahr" darstellt, gewöhnen sie sich allerdings mit der Zeit, wenn sie merken, dass keine Gefahr besteht; wie z.B. an Vogelscheuchen auf Feldern.
Ganz neu auf der Alster ist das sogenannte "SUP"; dabei steht man auf einem Surfbrett und bewegt sich mit einem Paddel vorwärts - es sieht also so aus als würde man auf dem Wasser stehen. So etwas gab es seit 2000 Jahren nicht mehr und es macht den Gänsen bisher noch Angst! Doch auch daran werden sie sich schnell gewöhnen und die "SUP'er" beim gemeinsamen Bad in der Alster tolerieren.