Wer durch Hamburgs Parkanlagen spaziert kann öfters feststellen, dass einige Exemplare kaum Respekt gegenüber Spaziergängern zeigen und sich teilweise sogar zu Wegelagerern oder Liegewiesenbesetzern entwickelt haben. Manche "Experten" kennen die Pausenzeiten von Büros an den Kanälen, andere reißen einem das Brot aus der Hand und treten einem dabei noch auf die Füße. Sie "chillen" auf Verkehrsinseln und sitzen auf Dächern. Der Begriff "Wildgans" scheint hier fehl am Platz.

Sieht so eine echte Wildgans aus?

Ja!

Denn genau diese Gans, die einem neulich noch so fröhlich das Brot aus der Hand gefressen hat, sitzt einen Tag später an der Elbe und zeigt ein völlig anderes Fluchtverhalten. Näher als 40 m kann man sich außerhalb der Stadt selten einer Gans nähern.
Die Zutraulichkeit mancher Zeitgenossen sagt rein gar nichts über ihr Zugverhalten oder ihre Fluchtdistanz außerhalb des Stadtgebietes aus.
Hätten sie keine Ringe, würde man sie kaum außerhalb der Stadt in einer größeren Gänseschar wiedererkennen können. Die Gänse wissen genau, wie sie sich wo zu verhalten haben und passen sich den gegebenen Umständen an. Natürlich gibt es auch Exemplare, die das ganze Jahr "bettelnd" in der Stadt verbringen, die meisten Gänse verlassen die Stadt allerdings zu bestimmten Zeiten.
Außerhalb der Stadt werden Gänse häufig bejagt und vergrämt - an der Alster dagegen brauchen sie den Menschen kaum fürchten.
Andersherum passen sich Gänse, welche nicht aus einem Park stammen und somit nicht so mit Menschen vertraut sind, der geringen Fluchtdistanz der Hamburger Gänse in den Grünanlagen an.