Während Gänse in den Parkanlagen recht zutraulich sein können, verhalten sie sich außerhalb der Grünanlagen wesentlich scheuer. Zum Teil fliegen Graugänse außerhalb des Stadtgebietes schon auf 100 m Distanz auf, sobald sich Menschen nähern.

Warum?

In den Parks werden Graugänse in Hamburg häufig als „zahme Parkvögel“ abgestempelt. Doch die meisten Gänse verbringen den größten Teil des Jahres außerhalb der Stadt, wo sie teilweise stark bejagt werden.In den Parkanlagen dürfen Gänse nicht geschossen werden (Fachausdruck: Befriedeter Bezirk). Das wissen unsere Graugänse natürlich und reagieren in der Stadt völlig anders auf Menschen als außerhalb. Viele Gänse wachsen in Menschennähe auf und gewöhnen sich an diese. Sie sind zwar nicht alle handzahm, aber sie dulden Menschen auf eine bestimmte Distanz. Dass Menschen auch „böse“ sein können und außerhalb der Stadt auf sie schießen können, muss der Nachwuchs erst noch von den Eltern lernen. Das „positive Menschenbild“ einer jungen Graugans wird so massiv beschädigt.

Neben der direkten Gefahr durch den Menschen gibt es weitere „indirekte“ Gefahren, bei denen Menschen meist keinen Gänsen absichtlich schaden wollen.

Regelmäßig verfangen sich Gänse, aber auch andere Wasservögel in Angelschnüren. Beine oder Füße werden abgeschnürt, sie verfangen sich mit den Flügeln in den Schnüren oder sie verschlucken einen Haken und verenden qualvoll.
Kein Angler zieht los zum aktiven „Enten angeln“, auch für Angler ist ein verfangener Wasservogel nichts Schönes. Daher ist es extrem wichtig einen Ort zum Angeln zu suchen an dem es nur wenige Wasservögel gibt.

Hunde ohne Leine laufen zu lassen scheint erst mal für viele Tierfreunde etwas Positives zu sein. Doch auch hier ist der Ort und die Jahreszeit entscheidend. Denn Hunde sind Raubtiere und haben (häufig) einen angeborenen Jagdinstinkt. Vor allem zur Brut- und Mauserzeit sind Küken und flugunfähige Wasservögel besonders durch Hunde gefährdet.

Das Herrchen denkt zu häufig, die Gänse/Enten/Schwäne können doch weg fliegen. Dass Wasservögel während der Mauser aber nicht fliegen können, wissen viele Hundehalter gar nicht. Auch werden kleine Küken oftmals erst zu spät gesehen und der Hund nicht angeleint.

Hunde sollten daher niemals unbeaufsichtigt herum laufen. In der Brutzeit sollten Hunde generell angeleint werden. Denn oft sehen die Besitzer gar nicht was ihr Hund jagt oder tötet, weil dieser wieder mal weit voraus läuft oder kaum auf das Herrchen hört.

Auch Bauwerke können für Gänse aber auch viele andere Vogelarten zur Todesfalle werden. Versagen die Standortplaner für Windkraftanlagen oder Hochspannungsleitungen, verlieren viele Vögel unnötig ihr Leben.
Vor allem bei Nebel können Vögel den plötzlich auftauchenden Hindernissen nicht mehr rechtzeitig ausweichen und verenden tödlich. Ab einer bestimmten Höhe gibt es in der Landschaft keine natürlichen Hindernisse, erst der Mensch hat diese Höhen durch seine Bauwerke erreicht. Oft können die verunglückten Vögel gar nicht gefunden werden, weil sie in der Vegetation „untergehen“ oder sie zeitnah von Aasfressern „entsorgt“ werden.