Ein großes Problem für Gänse und andere Wasservögel stellen Angelschnüre dar. Kein Angler zieht los und sagt sich: „Hoffentlich habe ich heute einen besonders großen Ganter am Haken!“.

Für manche Wasservögel wirken Köder wie ein Stück Brot und sie picken danach - ist der Haken dann verschluckt, kann dem Vogel - wenn überhaupt - nur noch ein Tierarzt helfen. Manchmal verfängt sich der Haken auch im Schnabelbereich, sodass er noch vorsichtig entfernt werden kann.

Viele Wasservögel erkennen glücklicherweise eine Angel vorher und schwimmen einen großen Bogen. Die größte Gefahr sind daher achtlos liegen gelassene oder ins Wasser geworfene Angelschnüre - meist verfangen sich die Vögel so stark darin, dass sie einen qualvollen Tod sterben. Sehr häufig passiert es, dass sich Angelschnüre um die Beine der Gänse verwickeln. Die Gans kann sich in der Regel nicht eigenständig daraus befreien und der Fuß oder das Bein stirbt früher oder später ab. Gössel, welchen ein Bein durch eine Angelschnur abgeschnürt wird, entwickeln sich meist nicht richtig und verkümmern.

Wer in einem Park angelt, muss damit rechnen, dass früher oder später ein neugieriger Wasservogel vorbeikommt.

Wenn man erstmal eine Gans oder einen anderen größeren Wasservogel am Haken hat, ist es für den Angler allein kaum möglich den panischen Vogel zu Bändigen und es ordnungsgemäß zu befreien. Wir können daher nur an die Vernunft der Leute appellieren, bestimmte Gewässer in Zeiten mit besonders hohem Wasservogelaufkommen zu meiden. Vor allem in der Zeit von April bis Juli, wenn viele Wasservögel Nachwuchs führen oder mausern, werden die Uferzonen in den Parks besonders intensiv genutzt.
Während unserer Zählungen finden wie immer wieder meterlange Angelschnüre an den Ufern, oft sogar noch mit Ködern wie Blinker oder Wobbler.

Was muss ich tun, wenn ich einen Wasservogel am Haken habe?

Möglichst den Vogel mit einem Kescher bergen. Den Vogel ruhig stellen, in dem man seinen Kopf abdeckt (der Vogel sollte noch Luft bekommen, aber möglichst wenig sehen). Kann der Haken oder die Schnur nicht sofort entfernt werden, sollte der Vogel zu einem Tierarzt gebracht werden. Alternativ kann die Feuerwehr oder das Schwanenwesen gerufen werden um den verletzten Vogel zu bergen bzw. zu befreien.

Oft werden die Vögel wieder mit Haken oder Schnur frei gelassen und verenden dann qualvoll. Nur den wenigsten Vögeln gelingt es, sich selbständig zu befreien.

Auch liegengelassene Drachenschnüre haben gleiche Wirkungen wie Angelschnüre. Durch Drachenschnüre können auch Singvögel und andere größere Vögel zu Grunde gehen. Wenn sich eine Schnur in einem Baum verfangen hat, kann es vorkommen, dass sich ein Vogel darin verfängt, sich erhängt oder einzelne Körperteile stranguliert. Gerade am Öjendorfer See findet man leider immer wieder ganze Haufen einfach liegengelassener Schnüre.

Merke:

  • Nicht an Orten mit vielen Wasservögeln angeln

  • Niemals Schnüre oder Haken liegen lassen


Lachmöwe mit verschlucktem Angelhaken am Goldbekkanal

Konnte dank rechtzeitiger Meldung gerettet und vor Ort wieder frei gelassen werden.