Hunde werden häufig als bester Freund des Menschen bezeichnet. Für Gänse und andere Wildtiere gilt dies allerdings nicht. Hunde haben häufig einen natürlichen Jagdtrieb. Ihnen diesen Trieb abzutrainieren erfordert sehr viel Disziplin und Geduld.

Wildtiere werden gejagt, teilweise totgebissen oder verletzt; es kommt zur Aufgabe von
Brutplätzen und Entwertung von Lebensräumen. Oftmals kriegen Hundebesitzer solche
Dinge gar nicht mit, weil sie ihren Liebling unbeaufsichtigt durch die Landschaft streunen lassen.


Freilaufende Hunde können vorallem für Familien mit kleinen Gösseln gefährlich werden; Hunde sind halt Raubtiere. Der Hund will spielen - die Gans will leben.

So mancher Hundehalter ist (ohne Witz) der Auffassung, er tue den Gänsen etwas Gutes: Wenn er seinen Fiffi durch einen Trupp Gänse jagt halte er die Vögel fit und schütze sie vor Übergewicht... "Er will ja nur spielen." Allerdings möchten die wenigsten Gänse dabei mitspielen! Man muss immer bedenken, der Hund kommt wohlgenährt aus der warmen Stube und möchte etwas erleben - die Gans möchte einfach nur überleben.
Man verringert mit dem Aufscheuchen eines Gänsetrupps auch nicht die Bestände; es besteht noch Aufklärungsbedarf :-)
Glücklicherweise ist aber der Großteil der Tierfreunde vernünftig und erzieht seinen Hund bzw. leint ihn an, um andere Tierarten nicht zu gefährden.

Hunde erwischen in der Regel keine erwachsenen flugfähigen und gesunden Gänse. Kleine Küken sind mit ihren noch kurzen Beinen allerdings recht gefährdet. Auch mausernden (also flugunfähigen) Gänsen kann ein Hund in einem ungünstigen Moment gefährlich werden. Es empfiehlt es sich gerade im April, Mai und Juni, wenn gemausert wird und viele Wasservögel und andere Tiere Nachwuchs haben, als Tierfreund den Hund generell anzuleinen. Auch am Nest werden leider immer wieder Gänse von Hunden gerissen. Eine zerfetzte Gans ist kein schöner Anblick - weder für Mensch noch für Gans.

Wird eine Gans von einem Hund gegriffen, schüttelt er sie wie seine Vorfahre der Wolf bis sie tot ist. Dann kann der Hund in der Regel nichts mehr mit der Gans anfangen und lässt sie liegen.


Um solche Konflikte zu entschärfen, muss es Bereiche für Wasservögel und Bereiche für Hunde geben. Beide Seiten sollten ihre eigenen Flächen haben. Daher ist es wichtig, bei der Ausweisung von Hundeauslaufzonen diese Punkte zu beachten und für beide Seiten eine verträgliche Lösung zu finden. Natürlich sollen Hunde auch mal plantschen können, doch es wäre blödsinnig eine Auslaufzone direkt an ein Gewässer mit hoher Wasservogeldichte zu planen, da dies zwangsläufig zu Konflikten führen wird. Leider sind von der Stadt Hamburg nicht alle Hundeauslaufzonen nach diesen Punkten ausgewählt worden und so können wir nur an die Vernunft der Tierfreunde appelieren.

Interessant ist, dass viele Gänse in den Parks anscheinend erkennen, welche Hunde für sie gefährlich sind und welche nicht. Manche Hunde prägen sie sich scheinbar ein. So werden manche "Schnarchnasen" gar nicht mehr ernst genommen. Andere hingegen müssen nur am "Horizont" auftauchen und schon setzt sich der Gänsetrupp in Bewegung.

Hunde können bei unfähigen Haltern zu massiven Problemen für Wildtiere werden!

Der Hund kann nichts dafür. Der Halter trägt allein die Verantwortung dafür dass sein Hund keinen Wildtieren nachstellt oder sie stört.
Dennoch gibt es immer wieder Leute die ihre Hunde gezielt auf Gänse heltzen oder ihren "Bello" unangeleint vorlaufen lassen und überhaupt nicht mitbekommen was dieser anstellt.

Ein solch verachtendes Verhalten von Hundehaltern führt vorallem zu drei großen Problemen:

  • unnötiger Energieverlust durch das Aufscheuchen

  • Aufgabe von Nestern durch jagende und schwimmende Hunde

  • direkte Tötung durch den Hund

  • Entwertung von Lebensräumen

Leider bedeutet Hundefreund nicht immer gleich Tierfreund, was immer wieder vertriebene, verletzte und tote Wasservögel in Hamburg zeigen.

Nach der Hamburger Hundeverordnung von 2006 gibt es die Möglichkeit, durch eine Gehorsamkeitsprüfung den eigenen Hund von der Leinenpflicht befreien zu lassen. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Hund keine anderen Tiere jagt. Auch das Aufhetzen von Wasservögeln auf Grünflächen und das Aufstöbern von Wasservögeln in den Uferbereichen ist durch die Hamburger Hundeverordnung ausdrücklich untersagt (HmbGVBl. Nr. 5; § 4 Abs. 1 und § 9 Abs. 3).