Hunde werden häufig als bester Freund des Menschen bezeichnet. Für Gänse und andere Wildtiere gilt dies allerdings nicht. Hunde haben häufig einen natürlichen Jagdtrieb. Ihnen diesen Trieb abzutrainieren erfordert sehr viel Disziplin und Geduld.

Häufig werden Wildtiere von Hunden gejagt, teilweise totgebissen oder verletzt; es kommt zur Aufgabe von Brutplätzen und Entwertung von Lebensräumen. Oftmals kriegen Hundebesitzer solche Dinge gar nicht mit, weil sie ihren Liebling unbeaufsichtigt durch die Landschaft streunen lassen.

Freilaufende Hunde können vorallem für Familien mit kleinen Gösseln gefährlich werden; Hunde sind halt Raubtiere. Der Hund will spielen - die Gans will leben.

Man muss immer bedenken, der Hund kommt wohlgenährt aus der warmen Stube und möchte etwas erleben - die Gans möchte einfach nur überleben.
Selbst in Naturschutzgebieten lassen viele Leute ihren Hund ohne Leine laufen!
Glücklicherweise ist aber der Großteil der Tierfreunde vernünftig und erzieht seinen Hund bzw. leint ihn an, um andere Tierarten nicht zu gefährden.

Im Jahr 2016 waren fast 77.000 Hunde in Hamburg registriert, Tendenz steigend

Die Zahl der Menschen in Hamburg steigt und somit auch die Zahl der Hunde. Die Zahl der Grünflächen geht stark zurück und somit die Möglichkeiten Hunde artgerecht auszuführen. Mehr Hunde mit weniger Platz, das führt zwangsläufig zu mehr Konflikten weil sich immer mehr Menschen, Hunde, Wildtiere, Freizeitsportler die restlichen Flächen teilen müssen. Schutzgebiete in Hamburg sind daher häufig nur noch erweiterte Parkanlagen und werden zunehmend durch den starken Freizeitdruck entwertet.

Hunde erwischen in der Regel keine erwachsenen flugfähigen und gesunden Gänse. Kleine Küken sind mit ihren noch kurzen Beinen allerdings recht gefährdet. Auch mausernden (also flugunfähigen) Gänsen kann ein Hund gefährlich werden. Es empfiehlt es sich gerade während der Brutzeit von März bis Juli, wenn gemausert wird und viele Wasservögel und andere Tiere Nachwuchs haben, als Tierfreund den Hund generell anzuleinen. Auch am Nest werden leider immer wieder Gänse von Hunden gerissen. Eine zerfetzte Gans ist kein schöner Anblick - weder für Mensch noch für Gans.

Wird eine Gans von einem Hund gegriffen, schüttelt er sie wie seine Vorfahre der Wolf bis sie tot ist. Dann kann der Hund in der Regel nichts mehr mit der Gans anfangen und lässt sie liegen.


Um solche Konflikte zu entschärfen, muss es Bereiche für Wasservögel und Bereiche für Hunde geben. Beide Seiten sollten ihre eigenen Flächen haben. Daher ist es wichtig, bei der Ausweisung von Hundeauslaufzonen diese Punkte zu beachten und für beide Seiten eine verträgliche Lösung zu finden. Natürlich sollen Hunde auch mal plantschen können, doch es wäre blödsinnig eine Auslaufzone direkt an ein Gewässer mit hoher Wasservogeldichte zu planen, da dies zwangsläufig zu Konflikten führen wird. Leider sind von der Stadt Hamburg nicht alle Hundeauslaufzonen nach diesen Punkten ausgewählt worden und so können wir nur an die Vernunft der Tierfreunde appelieren.

Interessant ist, dass viele Gänse in den Parks anscheinend erkennen, welche Hunde für sie gefährlich sind und welche nicht. Manche Hunde prägen sie sich scheinbar ein. So werden manche "Schnarchnasen" gar nicht mehr ernst genommen. Andere hingegen müssen nur am "Horizont" auftauchen und schon setzt sich der Gänsetrupp in Bewegung.

Entlang der Elbe sorgen viele frei laufende Hunde dafür dass die Gänse statt in den Schutzgebieten im Deichvorland lieber auf die landwirtschaftlich genutzen Flächen ausweichen weil sie dort Ruhe haben.

Hunde können bei unfähigen Haltern zu massiven Problemen für Wildtiere werden!

Der Hund kann nichts dafür. Der Halter trägt allein die Verantwortung dafür dass sein Hund keinen Wildtieren nachstellt oder sie stört.
Dennoch gibt es immer wieder Leute die ihre Hunde gezielt auf Gänse hetzen oder ihren "Bello" unangeleint voraus laufen lassen und überhaupt nicht mitbekommen was dieser anstellt.

Ein solch verachtendes Verhalten von Hundehaltern führt vorallem zu drei großen Problemen für Wildtiere:

  • unnötiger Energieverlust durch das Aufscheuchen

  • Aufgabe von Nestern oder Jungtieren durch jagende und schwimmende Hunde

  • direkte Tötung durch den Hund

  • Entwertung von Lebensräumen

Leider bedeutet Hundefreund nicht immer gleich Tierfreund, was immer wieder vertriebene, verletzte und tote Wasservögel in Hamburg zeigen.

Nach der Hamburger Hundeverordnung von 2006 gibt es die Möglichkeit, durch eine Gehorsamkeitsprüfung den eigenen Hund von der Leinenpflicht befreien zu lassen. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Hund keine anderen Tiere jagt. Auch das Aufhetzen von Wasservögeln auf Grünflächen und das Aufstöbern von Wasservögeln in den Uferbereichen ist durch die Hamburger Hundeverordnung ausdrücklich untersagt (HmbGVBl. Nr. 5; § 4 Abs. 1 und § 9 Abs. 3).

Besondere Anleinpflichten gelten für alle Hunde - ob gehorsamsgeprüft oder nicht!

Kurz anleinen müssen Sie, wenn

  • Ihr Hund schon mehr als einmal Menschen oder Tiere verfolgt, länger angebellt oder sonst belästigt hat,
  • Ihr Hund Ihnen nicht zuverlässig gehorcht

(Hamburger Hundegesetz § 8 Absatz 2)