Auch wenn die meisten alle "Gans" gleich aussehen ist Gans nicht gleich Gans. Denn jede Gans ist unterschiedlich in ihrem Verhalten; da gibt es scheue Gänse, extrem zutrauliche, "Draufgänger", "Angsthasen", "Muttersönchen", "Dauersingles", Fremdgeher, Gänse welche in "Dreier-Beziehungen" leben und so weiter.

Man könnte unzählige Seifenopern über das Leben der Hamburger Graugänse schreiben.

Die Reaktionen einzelner Gänse auf bestimmte Sachen und Situationen ist meistens dadurch bedingt, was sie von ihren Eltern bzw. von dem Ort des Aufwachsens kennengelernt haben.

So ein kleines Küken nimmt extrem viel Wissen in den ersten Lebenswochen über die Eigenschaften und Gegebenheiten des Umfeldes auf; denn ggf. wird es in ein paar Jahren hier den eigenen Nachwuchs führen.

Doch bis zur "fertigen" Gans lauern viele Gefahren auf den Nachwuchs. In den ersten Tagen werden viele Gössel von Großmöwen, Raben und Krähen weggefangen. Großmöwen suchen gezielt im Frühling bestimmte Gewässer auf und plündern Nester und verschlingen frisch geschlüpfte Gössel. Einige Möwen haben gelernt die großen Gänseeier zu öffnen, dabei fliegen sie mit dem Ei im Schnabel über Straßen, Wege oder Steine und lassen das Ei gezielt auf den harten Untergrund fallen. Das Ei geht kaputt und die Möwe kann "genüsslich" den Inhalt verspeisen.

Säugetiere wie Füchse, Marderhunde oder auch Hunde machen Jagd auf den Nachwuchs, letztere allerdings nur zum Spaß; das Gössel wird totgeschüttelt und bleibt dann liegen.

Im Frühling kann man viele Gänsefamilien mit Nachwuchs beobachten.

Untersuchungen zeigen dass je nach Park oder Jahr 40 % bis 70 % des Gänsenachwuchs gar nicht flügge wird. Auch nach dem Flüggewerden verenden viele junge Gänse bei ihren ersten Flugversuchen, wenn sie beispielsweise gegen Brücken, Masten oder Stromleitungen fliegen.

Außerhalb der Stadt stellen einige Seeadler offenbar ihre Ernährung in Sommer fast vollständig auf Gössel um. Zudem plündern Wildschweine, Fischotter oder Waschbären die Gelege.

Nasskalte Witterung und Frost sorgen ebenso für viele Verluste bei Familie Gans.

Nur wer erfahrene Eltern hat bekommt die Chance flügge zu werden. Danach kommt ab August die Jagd hinzu. Dann bringen auch gute Gene und Fitness nichts mehr; dann überlebt die "Gans im Glück".

Wie so eine Gans aufwächst, wird in den folgenden Artikeln beschrieben.

Gans "muckelig"