Je nach Witterung beginnt ab Anfang März die Brutzeit. Mutter brütet, Vater bewacht. Nach rund 4 Wochen schlüpfen die Gössel. Rund 2 Monate später sind sie flügge. Ab Mitte Juni verlassen dann die ersten Familien die Stadt.

Auch nach dem Flüggewerden hält die Familie zusammen. Der Nachwuchs bleibt das komplette erste Lebensjahr im Familienverband und wird erst im nächsten Frühjahr "rausgeschmissen". Während dieser Zeit lernen die Jungen von den Eltern deren Zugwege kennen, gute Rastplätze, sichere Schlafplätze, wie man sich außerhalb der Stadt dem Menschen gegenüber zu verhalten hat (Stichwort Jagd) und noch Vieles mehr.

Im Frühjahr lösen sich die Familienverbände dann auf; manche Jungvögel gehen freiwillig, bei anderen müssen Mutti oder Vater "nachhelfen". Jetzt wollen die Eltern wieder für sich sein und sich auf die neue Brutzeit vorbereiten. Für die Jungvögel eine völlig neue Situation, denn plötzlich rutschen sie von einer sehr hohen in den niedrigsten Rang. Jetzt verteidigt sie Papa nicht mehr vor Artgenossen und sie müssen sich selber durchschlagen.

Häufig schließen sich einzelne Geschwister noch für einige Zeit zusammen. Die jungen Damen bleiben allerdings nie lange "unentdeckt" und verpaaren sich oft schon im zweiten Lebensjahr.
Die Jungs müssen sich erst noch einen gewissen Rang erkämpfen um Mädels wirklich zu beeindrucken. Daher brauchen sie meist bis zum dritten oder vierten Lebensjahr, bis sie in einer festen Beziehung sind.

Geschlechtsreif sind Graugänse zwar schon ab dem dritten Lebensjahr, doch bis sie sich einen Brutplatz erkämpft haben, kann es oft Jahre dauern. Viele Gänse schaffen dies nicht und pflanzen sich daher nicht fort. Sichere Brutplätze sind nämlich begrenzt und werden hart umkämpft.

Gans müde