Graugänse bevorzugen zum Brüten meist Inseln oder geschützte Bereiche am Ufer. Wenn keine Insel vorhanden ist, werden Nester auch an ruhigen/geschützten Uferzonen gebaut. Einige Paare brüten auch direkt an den Alsterkanälen.

Gebrütet wird rund einen Monat lang (27 - 29 Tage). Dabei wacht der Ganter (das Männchen) meist in Nestnähe und vertreibt Artgenossen oder geht gegen Nestfeinde vor. Das Brüten ist reine "Frauensache". Bei manchem Paar scheint es allerdings so gut zu funktionieren, dass der Ganter auch mal mehrere Kilometer weit weg sein kann und seine Partnerin allein das Nest verteidigt. Gänse erkennen sich an ihren Lauten; so reicht es oft schon aus, dass das Weibchen eines ranghohen Ganters anfängt, vom Nest aus den Artgenossen "anzuschreien", sodass der Kollege weiß wer da gleich um die Ecke kommen könnte und sich lieber verdrückt. Interessanterweise halten sich die Ganter auf ihren Ausflügen meist dort auf, wo sie später mit ihren Gösseln hinwandern. So sehen sie, ob das Gebiet noch geeignet ist. Kurz vor der Eiablage wirken die Damen oft kugelrund.

Das brütende Weibchen verlässt immer nur kurz ihr Nest. Nachdem sie es versteckt (zugedeckt) hat, ruft sie ihren Gatten herbei und er begleitet sie dann zum Baden und zum "Schnellimbiss"; während der Brutpause wirken die Damen immer sehr hektisch und sind oft nur wenige Minuten vom Nest entfernt. Nach der "Katzenwäsche" geht es sofort wieder auf das Nest. Manchmal können brütende Gänse sogar richtig übel riechen.

Gans gefährdet

Da Graugänse recht früh (teilweise ab Anfang März) brüten, sind einige Nester durch Frühjahrshochwasser bedroht. Viele Populationen befinden sich an Regenrückhaltebecken. Ist der Frühling sehr nass, kommt es regelmäßig vor dass die gesamten Nester "absaufen". Ein kompletter Brutausfall ist dann die Folge. Nach einem Gelegeverlust brüten Graugänse in der Regel nämlich nicht nochmal.
Andersherum sind manche Populationen abhängig von Regen, denn einige Gewässer (vorallem Moore und Sümpfe) haben keine Zuflüsse und werden nur von Regenwasser gespeist. Fällt zu wenig Regen werden die Brutinseln für Nesträuber zugänglich, bzw. beginnen viele Gänse erst gar nicht mit der Brut.

Kurz bevor die Lütten schlüpfen ist der werdende Vater zur Stelle und wacht direkt am Nest.
Nachdem die Gössel geschlüpft sind verlässt die Familie nach 1 bis 3 Tagen das Nest und kehrt in der Regel nicht mehr dorthin zurück. In den ersten Tagen kann das Nest abends zum Schlafen wieder aufgesucht werden, doch die meisten Paare brüten im Stadtgebiet auf Erhöhungen oder wandern relativ schnell aus ihrem Brutgebiet ab und führen ihre Kleinen zu ihren angestammten Futterplätzen.

Durch ihre im Stadtgebiet recht stark ausgeprägte Zutraulichkeit dem Menschen gegenüber im Stadtgebiet werden teilweise abenteuerliche und recht mutige Brutplätze gewählt, welche aber oftmals wieder verlassen werden.

Es wird "gans" versteckt gebrütet, auf Inseln, völlig offen und dennoch gut versteckt, manche mögen's dreckig oder es geht mal hoch hinaus. Manche übertreiben es allerdings auch mit der Sicherheit: