Vorallem im Frühjahr spielen die Hormone bei den Gänsen verrückt. Die Jungvögel aus dem Vorjahr werden "rausgeschmissen" und ein Nistplatz muss klar gemacht werden.
Plötzlich muss die Partnerin gegen Alles und Jeden mit aller Härte verteidigt werden. Sie soll von ihm beeindruckt sein und diese Partnerschaft auf keinste Weise bereuen. Gänsedamen lassen sich halt leicht durch Stärke und Dominanz beeindrucken. "Nur die Harten komm' in' Garten", sprich: nur die stärksten Gänse setzen sich durch und schreiten zur Brut.

Zu einem richtigen Kampf kommt es allerdings erst dann, wenn alle Drohgebärden nicht mehr helfen den Gegner einzuschüchtern.
Treffen zwei gleichstarke Ganter aufeinander, wird sich erstmal kräftig aufgeregt, was durch lautes Schnattern beider Partner noch "hochgekocht" wird. Mit den Anfeuerungsrufen der Partnerin im Rücken bewegen sich dann die beiden Ganter mit gesenktem Kopf und hochgestellten Flügeln seitlich aufeinander zu und versuchen weiterhin den Konkurrenten einzuschüchtern.
Erst wenn alles Drohen um Rumschreien nichts mehr nützt, schreiten beide Ganter zum Kampf. Dabei verbeißen sich beide Kontrahenten im Nackengefieder des anderen und schlagen mit den Flügeln aufeinander ein. In dem Bereich, wo bei uns die Schulter ist, haben die Gänse einen härteren, etwas herausstehen Knochen (Hornwarzen), mit dem sie auf den Gegner einprügeln.
Auch wenn der Kontrahent schon aufgegeben hat, wird dieser häufig noch weiter verfolgt und oft unter Wasser gedrückt, um es ihm nochmal richtig zu geben.

Der Gewinner verharrt dann für kurze Zeit in der "Siegerpose", fliegt oder rennt aufgeregt zu seiner Partnerin, baut sich vor ihr auf und verkündet seinen Sieg lautstark, damit es auch alle hören. Solche Kämpfte locken oft eine ganze Menge Zuschauer an und sind von allgemeinem Interesse, denn man möchte wissen wer da gerade "vermöbelt" wird. Der Kampfausgang könnte ja Auswirkungen/Verschiebungen in der Rangordnung bedeuten.

Zu Kämpfen kommt es am häufigsten im Frühjahr, vorallem wenn:

  • zwei Paare mit gleichstarken Gantern aufeinander treffen und keiner ausweichen will

  • ein Nistplatz verteidigt wird

  • die eigenen Jungvögel in unmittelbarer Gefahr sind

  • ein Nebenbuhler einem Ganter seine Partnerin streitig machen will

Zu Todesfällen kommt es wirklich nur in ungünstigen Situationen, beispielsweise wenn der Kampf in dichtem Bewuchs stattfindet und Fluchtmöglichkeiten nicht gegeben sind oder ein Vogel sich ungünstig verfängt. Verletzungen an Flügeln kommen dagegen schon häufiger vor, werden aber in der Regel gut weggesteckt.

Gans bekloppt